Was tun, wenn man auf Lombok krank ist? - Mein Erlebnisbericht

Aktualisiert: vor 3 Tagen

Es fing ganz harmlos an, und eigentlich möchte man gar nicht darüber sprechen, doch wer hätte sich denken können, dass man mit so einer Geschichte im Krankenhaus landen kann? Und das auch noch in Indonesien …

Das feucht-warme Klima züchtet diese kleinen Dinger, die man gemeinhin als Pickel bezeichnet. Beim Rollerfahren saß ich permanent auf diesem Pickel und schenkte ihm keine Beachtung. Wahrscheinlich hatte ich auch nach dem Schwimmen versäumt, einen trockenen Bikini anzuziehen, bis der Pickel größer und größer wurde. Dann fing er nämlich an zu schmerzen und ich musste ihn beachten. Er zwang mich Ruhepausen einzulegen, was ja im Urlaub nicht weiter schwer fällt, nur Rollerfahren wurde immer unbequemer. Ich nahm aus dem Gefrierfach ein Kühlelement und rückte den Schmerzen zu Leibe. Was ich nicht wusste: Das war bei dieser Art von Krankheit, wie ich im Nachhinein erfuhr, genau das Falsche.

Im Krankenhaus sollte ich operiert werden

Die Schmerzen waren schließlich so groß, dass Jörg sich um Hilfe kümmerte. Tilmans Freundin, Elli, die Indonesierin ist, war sofort hilfsbereit. „Das hab ich auch öfter gehabt, wenn ich noch jünger war“, meinte sie und sah mich mitfühlend an. Wir beschlossen, sofort ein Taxi zu nehmen und zusammen in das nächste Krankenhaus zu fahren. Doch leider war der Facharzt nicht mehr im Haus. Das zweite Krankenhaus wirkte auf mich wie ein moderner Flughafen, der Boden und die Wände glänzten vor Sauberkeit. Nach einer Stunde des Wartens begutachtete mich der Englisch sprechende Arzt und empfahl mir, den Abszess (Furunkel) per Operation zu entfernen. Mir schwirrte inzwischen der Kopf. Essen sollte ich auch nichts mehr und dann sprach er noch von diversen Zimmervarianten, je nachdem wieviel man bereit sei zu zahlen.

Der Arzt in Senggigi konnte mir sofort helfen

Elli hatte zum Glück noch einen kühlen Kopf. Sie managte auch alles mit den Damen, die sich um das Kaufmännische kümmern. Da wurden horrende Summen aufgerufen, die wir auch noch im Voraus aus eigener Tasche hätten zahlen müssen, da ich im Ausland über die Kreditkarte krankenversichert bin. Elli hatte noch nie davon gehört, dass bei einem Furunkel eine Operation nötig sei. Sie erinnerte sich an eine Klinik in Senggigi, die ihr mal gut geholfen hatte. Also ließen wir das Krankenhaus hinter uns zurück und fuhren mit dem Taxi zu dem Ort, der bei Touristen sehr beliebt ist. „Eigentlich hätte ich da gleich drauf kommen können“, entschuldigte sich Elli. „Nicht so schlimm“, entgegnete ich ihr, denn ich war einfach nur dankbar.

Die Klinik befand sich in einem kleinen Gebäude mit einem Schreibtisch vorn und einem Behandlungsraum hinten. Der Arzt war im Alter von A’an, super freundlich und hilfsbereit. Während Jörg ihm assistierte, erklärte er jeden seiner Arbeitsschritte. Immer, wenn es wehtat, entschuldigte sich der Arzt, doch ich war froh, dass mir endlich jemand half. Klar, dass er mein volles Vertrauen hatte, denn er strahlte so viel Leidenschaft für seinen Beruf aus. Die Rechnung fiel dann auch äußerst human aus. Und die Kontrolle nach ein paar Tagen war sogar kostenlos. Der Furunkel heißt auf Indonesisch übrigens „bisul“. Die Vokabel werde ich so leicht nicht vergessen.

Ein neues Jahr steht vor der Tür, Grund genug, sich zu überlegen, was man ändern oder umsetzen möchte. Wie jeder von uns vieren seine Pläne schmiedet, verraten wir in unserem nächsten Beitrag …

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