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Hamburg und Lombok: Aus zwei Schulklassen werden Freunde

Aktualisiert: Feb 22



Interview mit Anna (12)


Anna, du bist einen Monat lang in Indonesien zur Schule gegangen. Was haben die Sekolah Nusa Alam (SNA) auf Lombok und das Charlotte-Paulsen-Gymnasium (CPG) in Hamburg gemeinsam?


Teamgeist am Hamburger CPG bei der "Lesenacht"

An beiden Schulen achten die Lehrer darauf, dass die Schüler als Gemeinschaft gut zusammenhalten, und dass wir zum Beispiel den anderen achten und respektieren, auch wenn er oder sie anders ist als man selbst. An der Schule auf Lombok kommen die Schüler aus 14 Nationen und auch in Hamburg sind wir eine bunte Klasse. Zwar sind meine Mitschüler alle in Hamburg geboren, aber trotzdem oft mit anderen Kulturen z.B. aus Persien, der Türkei oder aus Albanien aufgewachsen. In beiden Klassen sind die Schüler sehr aufgeschlossen, sodass z. B. neue Mitschüler schnell integriert werden. Sowohl in Hamburg als auch auf Lombok gibt es natürlich Regeln, die wir einhalten müssen. Ich war überrascht, dass der „Leise-Klatsch“ (wiederkehrende Handlung zum leise werden) beide Male ähnlich ist, obwohl die Schulen so weit voneinander entfernt sind.


Und was war ganz unterschiedlich?


Hausaufgaben am Laptop auf Lombok

An der Schule auf Lombok haben wir alle eine Schuluniform getragen. Es gab zwei verschiedene, eine für den normalen Unterricht und eine für Sport. Einmal pro Woche haben wir im Unterricht unangekündigt Erdbeben-Übungen gemacht, das heißt, wenn die Lehrerin „earthquake“ gerufen hat, mussten wir zuerst unter einen Tisch flitzen und dann in einer Reihe das Gebäude verlassen. Das war immer sehr aufregend, aber in der Realität möchte ich lieber kein Erdbeben erleben. Die Unterrichtsfächer waren manchmal leichter wie zum Beispiel Mathe und manche anstrengender wie zum Beispiel Sport. Anders als in Hamburg wurde auf Lombok mehr Sport praktiziert, dafür machen wir in Hamburg mehr Musik und haben sogar ein Klassenorchester gegründet. Vor Unterrichtsbeginn haben wir an der SNA immer Tischkicker gespielt. Im CPG sind Handys absolut verboten, dagegen haben wir sie in der SNA als Lernmittel genutzt, z. B. durften wir auf unseren Handys, Tablets oder Laptops für den Unterricht recherchieren. Einige Hausaufgaben mussten wir online bearbeiten, was eine schöne Abwechslung war. Der Schuldirektorin Katherine Krom konnte man in den Pausen gern Fragen stellen und vor und nach der Schule wurde man persönlich von ihr begrüßt bzw. verabschiedet.


Für dich war der Besuch bestimmt eine tolle Bereicherung. Können auch die anderen Schüler davon profitieren?


Die Hamburger Schülerinnen freuen sich auf die Brieffreundschaften mit der indonesischen Klasse

Als in Hamburg die Schule nach den Sommerferien wieder anfing, ich aber noch auf Lombok war, hab ich meiner Klasse und meinen beiden Lehrerinnen geschrieben und Fotos geschickt, damit sie sehen, wie es mir im Ausland ergeht. In Hamburg musste ich den versäumten Unterricht natürlich nachholen, aber es blieb auch Zeit, vor der Klasse einen kleinen Vortrag über Indonesien zu halten. Für jeden hatte ich außerdem noch ein kleines Geschenk mitgebracht. Meine Mitschüler waren sehr interessiert an meinen Erlebnissen, was mich natürlich gefreut hat, und sie fanden auch meine Schuluniform klasse, die ich dabei hatte. Auf Initiative meiner Klassenlehrerin Frau Kräußlich haben wir mit den Lehrerinnen auf Lombok besprochen, Brieffreundschaften zwischen beiden Klassen zu initiieren. Der Austausch ist auf freiwilliger Basis und zwischen manchen Schülern werden schon fleißig E-Mails hin und her geschrieben.


Vorfreude auf das baldige Wiedersehen in Indonesien

Über meine Erlebnisse an der Nusa Alam habe ich außerdem für die CPG-Schulnachrichten einen Bericht geschrieben, der schon veröffentlicht wurde. Und wenn wir im März wieder nach Lombok fliegen, werde ich mit der Hand geschriebene Briefe von meinen Klassenkameraden mitbringen. Ich freue mich schon darauf, alle wiederzusehen!


Danke schön für die interessanten Einblicke und viel Spaß bei deinem nächsten Besuch in den März-Ferien!

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