Kurz vor unserer Abreise bricht der Mount Agung auf Bali aus

Aktualisiert: 4. Feb 2019


Nur noch wenige Tage bis zum Abflug. Wir packen schon die ersten Kleidungsstücke, die wir gegen Mücken imprägniert haben, zur Seite und überlegen, welche Taschen wir mitnehmen wollen. Ich kann es kaum glauben, dass wir wieder nach Bali fliegen und auf Lombok A’an nach einem Jahr wiedersehen. So oft haben wir in unseren Chats darüber gesprochen, wie stark wir uns umarmen werden und es schon fast real gefühlt.


Dass wir zunächst nach Bali fliegen und nicht gleich nach Lombok, hat den einen Grund: Wir wollen so gern noch den Osten kennenlernen, wo schon der deutsche Künstler Walter Spies (1895-1942) gelebt hat, weil er die wunderschöne Landschaft geliebt hat. Seine Bilder hängen übrigens in dem sehenswerten Kunstmuseum Puri Lukisan in Ubud auf Bali.


Eine mehrere Kilometer hohe Aschewolke


Große Vorfreude, doch dann kommt die Hiobsbotschaft von A’an: Das Foto eines feuerspeienden Vulkans und die Nachricht, dass der Mount Agung wieder ausgebrochen ist. Schon seit neun Monaten war er immer wieder aktiv. Es wurde eine Sperrzone eingerichtet, sodass die Menschen ihre Dörfer verlassen mussten, dann wieder konnten viele zurück, weil die Gefahrenstufe herabgesetzt wurde. Touristen waren eigentlich „nur“ betroffen, wenn der Flugverkehr wegen der hohen Aschewolke lahm gelegt wurde.


Das Auswärtige Amt spricht auf seiner Homepage folgende Empfehlung aus: „Der Vulkan Agung auf der Insel Bali … hat am 2. Juli 2018 neben einer mehrere Kilometer hohen Aschewolke in mehreren Eruptionen auch Lavaströme ausgestoßen. Der Flughafen in Denpasar/Bali ist derzeit geöffnet, Unterbrechungen im Flugverkehr in der Region sind weiterhin möglich. Reisende sollten sich von der Sperrzone fernhalten, die Entwicklung in den lokalen Medien verfolgen, engen Kontakt mit ihrem Reiseveranstalter beziehungsweise ihrer Fluggesellschaft halten und den Anweisungen lokaler Behörden unbedingt Folge leisten.“


Unser Guide auf Bali rät uns zu einem anderen Hotel


Nicht nur wir sind besorgt, sondern auch A’an. „Ich warte schon so lange auf euch, wenn ihr jetzt eure Flüge storniert, weiß ich nicht, was ich tun soll“, schreibt er mir, und ich muss ihn beruhigen, dass wir das schon nicht tun werden. Ich nehme Kontakt zu unserem Guide auf Bali auf. Er schreibt mir, dass der Flugverkehr wieder aufgenommen wurde, trotzdem würde er vielleicht ein anderes Hotel bevorzugen.


Ich schaue mir nochmal die Bilder unseres Hotels Sawah Indah Villa in dem kleinen Ort Sidemen im Internet an und möchte einfach nicht auf die schönen Annehmlichkeiten verzichten: die grünen Reisterrassen, der Wellness-Bereich und leckere Satay-Spieße im offenen Restaurant. Das Hotel ist rund zwanzig Kilometer vom Mount Agung entfernt. Und trotzdem! Wir wollen einfach daran glauben, dass schon alles gut wird und halten sowohl am Hotel als auch an den Flügen fest.

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