Mein neues Volleyballteam auf Lombok: zusammen mit Indonesiern

Von Jörg


Die Älstesten nehmen die Spende eines neuen Volleyballnetzes entgegen. V.r.n.l. Nyoman, Jörg und Nyomans Vater

Welche Leidenschaft ich neben Indonesien noch habe? Ganz klar Volleyball! Ich spiele schon seit 38 Jahren, davon 23 Jahre in Hamburg. Mittlerweise habe ich es mit meinem Verein bis in die Landesliga geschafft. Doch trotz allem Ehrgeizes haben meine Jungs und ich auch immer viel Spaß zusammen und wir treffen uns auch privat zum Grillen oder zu Trainingswochenenden an der Ostsee.


Schon in der ersten Woche auf Lombok habe ich meinen Sport vermisst und mich gefragt, ob hier überhaupt Volleyball gespielt wird. Ich erkundigte mich bei ein paar Leuten in der Villa Stanley, wo wir wohnen, und siehe da, der nette Indonesier Nyoman von der Rezeption trainiert jeden Nachmittag – und das auch noch ganz in der Nähe.


Volleyball auf Indonesisch


Dann ging alles super schnell, als ich Nyoman bei uns in der Gartenanlage gefunden hatte. Seine Antwort:“ Yes i play, i have my own team.“ Als nächstes forderte er mich auf, mir Sportsachen anzuziehen, das Training würde um 17 Uhr beginnen (eine Stunde vor Sonnenuntergang). Sportskleidung hatte ich zwar aus Deutschland mitgenommen, aber keine Schuhe, sodass ich spontan meine Sandalen anzog.

Mit dem Scooter fährt mich Nyoman durch das Nachbardorf zu einem Sportplatz. Auf dem großen Feld spielen einige Indonesier Fußball. Das Volleyballfeld am Rande des Fußballplatzes ist teilweise mit Rasen teils mit feiner Sandschicht bedeckt. Die Linien sind mit weißen Steinen im Boden eingelassen. Die 3-Meterlinie existiert nur teilweise, die Mittellinie unterhalb des Netzes gar nicht. An den Außenlinien des Feldes fällt das Niveau des Bodens außerhalb des Spielfeldes deutlich ab, sodass man auf den gemauerten Linien leicht umknicken kann.


Eine Spende für mein neues Team


Für die ganze Volleyballtruppe stehen nur zwei Bälle zur Verfügung. Also erfolgt das Warmspielen in Teams auf beiden Seiten des Netzes. Ich kann mich sofort mit warm spielen, als würde ich schon lange dazugehören. Die rund zwanzig Indonesier sind im Schnitt noch sehr jung, Nyoman, sein Vater und ich gehören zu den wenigen älteren. Die meisten spielen barfuß, was ich mir auf dem Platz überhaupt nicht vorstellen kann. Drei Sätze spiele ich mit und lerne dabei die wichtigsten indonesischen Ausdrücke wie „bola keluar“/ „Ball im aus“. Total verschwitzt aber sehr glücklich komme ich zurück zu unserem Haus.


In den nächsten Tagen kaufe ich mir Sportschuhe in einem Fachgeschäft in Mataram und ein Volleyballnetz, das ich der Mannschaft spende. Weil jetzt Ramadan ist, pausieren wir, doch Ende Mai ist ein Turnier geplant, wo ich sogar mitspielen darf.


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