Körper, Geist und Seele – gut vorbereitet auf unser Sabbatical in Indonesien

Von Stephie



Seitdem ich nicht mehr in der Unternehmenskommunikation einer Bank arbeite, hat sich mein Leben komplett verändert. Ich hatte zuletzt die Tage gezählt und mir aber auch überlegt, wie ich künftig meinen Alltag gestalten möchte. Zugegeben, die ersten vier Wochen waren bei aller Euphorie dann doch etwas gewöhnungsbedürftig: vom zwanghaften Alltag hin zu einem sehr freien.


Der Mensch ist ein Gewohnheitstier, und auch ich. Inzwischen habe ich einen guten Rhythmus gefunden aus festen Terminen und flexiblen Spielräumen. Und das tut gut. Richtig frei bin ich natürlich nie, da ich mich schließlich auch um unsere Tochter kümmern muss. So stehe ich auch weiterhin um sieben Uhr morgens auf, mache Frühstück und verabschiede Anna zur Schule. Aber ich habe auch zwei neue Rituale: Damit ich richtig wach werde, mache ich morgens Yoga und ich bereite mir ein schönes zweites Frühstück zu, das ich bis jetzt immer auf dem Balkon genieße, selbst wenn es mal etwas kälter ist. Überhaupt bewege ich mich viel mehr und bin ständig dabei, Dinge zu optimieren, zu denen man sonst nicht gekommen ist.


Außerdem leite ich unser ziemlich umfangreiches Projekt „Sabbatical in Indonesien“. Angefangen von der Einladung der internationalen Schule auf Lombok und dem Antrag auf Befreiung an der Hamburger Schule, über Visumsangelegenheiten bis hin zu den Fragen, wo das Auto steht, und wer sich wie um unsere Wohnung kümmert.


Für den Geist

Im Büro gab es viel mehr Routine und wenig geistige Arbeit. Seitdem ich dort nicht mehr hin musste, habe ich für meine Prüfung am Goethe Institut gelernt und arbeite jetzt als Deutschlehrerin in Hamburg. Ich muss mir viele Fachbegriffe merken, entwickle Konzepte für individuellen Unterricht, und meine Konzentration wird sehr gefordert. Das Unterrichten bringt mir große Freude, da ich sofort die Resultate sehe und viel ausprobieren kann. Außerdem bekomme ich mehr Anerkennung und Lob als vorher. Gut für den Geist.


Für den Körper

Sowohl auf Lombok als auch in Hamburg gehe ich regelmäßig zur Massage. Trotz Yoga leide ich immer mal wieder unter irgendwelchen Verspannungen. Das Schöne bei der asiatischen Massage: Es wird der Körper als Ganzes betrachtet und wieder in Einklang gebracht. Das ist zwar mitunter sehr schmerzhaft, aber eben auch effizient. Außerdem bewege ich mich viel: Statt mit dem Auto zu fahren, nutze ich das Rad und gehe auch viel mehr zu Fuß. Anna wiederum hält sich mit Geräteturnen fit und Jörg mit Volleyball. Gut für den Körper.



Und für die Seele

Besonders seit dem Personalabbau in der Bank, wo ich gearbeitet habe, litt ich immer mal wieder unter körperlichen Schmerzen und Schlafstörungen, die eindeutig psychosomatisch bedingt waren. Zuletzt war eigentlich alles gut, bis ich neulich erfuhr, dass die Androhungen, die ich vor einem Jahr erhielt, jetzt gar nicht wahr gemacht wurden. Ich fühlte mich im Nachhinein weder gewertschätzt noch ernst genommen.


Sehr geholfen hat mir mein ehemaliger Kollege Sven, der sich inzwischen als psychologischer Berater selbstständig gemacht hat und ähnliche Gefühle teilt. Als ich ihn anrief, meinte er: „Es gibt vielleicht einen Teil in dir, der noch traurig ist, dass du die Anerkennung nicht bekommen hast, aber hättest du sie da bekommen, wärst du ja auch nicht weggegangen, wir können nur dankbar sein, dass sie uns so schlecht behandelt haben, dadurch waren wir bereit, da hinzugucken, wo wir wirklich glücklich werden.“


Seine Worte wirkten heilsam auf meine Seele, und ich besuchte ihn ein paar Tage später in seiner Praxis. Fast jeder leidet ja unter Disharmonien, die durch alte Muster in uns verursacht werden. Und auch ich arbeite schon länger an meiner Persönlichkeit und solchen Unstimmigkeiten, die mir manchmal das Leben unnötig schwer machen. Sven half mir mit einer so genannten "kinesiologischen Sitzung": Einerseits fühlte ich mich in der Beschreibung meiner Persönlichkeit gestärkt und andererseits habe ich auch die Beziehungen in meiner Familie besser verstanden, denn was man manchmal als gegen sich gerichtet empfindet, ist in Wahrheit eher gut für einen. Später haben wir einen tragenden Leitsatz für mich gefunden und mit Hilfe eines Muskeltests Blockaden gelöst, sodass ich ganz bei mir sein konnte. In den Tagen danach habe ich endlich besser geschlafen, hatte keine körperlichen Verspannungen mehr und gehe liebevoller mit meiner Familie um. Alle sind dadurch glücklicher.


So gestärkt bereiten wir uns weiter auf die besondere Zeit auf Lombok vor, die immer näher rückt …


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