Überlebenskünstler in der Corona-Zeit auf Lombok

Aktualisiert: Juni 5



Im März mussten immer mehr Touristen in ihre Heimatländer zurück reisen. Auf Bali, Lombok und den Gilis wurde es deshalb zunehmend leerer. Zurück in Deutschland hatten auch wir mit vielen Unannehmlichkeiten zu kämpfen, das weiß jeder von uns für sich selbst am besten. Doch in Indonesien wurden durch den wegfallenden Tourismus fast alle Menschen arbeitslos. Dazu kam noch die Angst und Ungewissheit, wie gefährlich Corona wirklich ist.


A’an liebt es, mit seinen Freunden Zeit zu verbringen, Touristen (besonders aus Deutschland) in seinem Touristen-Office auf Gili Trawangan zu beraten, welche Ausflugstour die schönste wäre. Er liebt es, neue Leute kennenzulernen, auf Deutsch oder Englisch mit ihnen zu sprechen oder mit seinem Scooter über die Insel Lombok zu fahren. Durch Corona muss er die ganze Zeit in seinem Dorf bleiben, kann seine besten Freunde nicht treffen und auch kein Geld verdienen.


Alles, was die Natur zu bieten hat


Natürlich kann sich jeder Indonesier glücklich schätzen, der von ausländischen Freunden unterstützt wird. Außerdem gibt es inzwischen viele wohltätige Aktionen auf Bali und Lombok, die zum Beispiel Expats oder Auswanderer initiiert haben. Aber das hilft erstmal nur, gegen den dortigen Hunger etwas zu tun.


Zuerst hat A‘an seinen Bungalow repariert, damit er gut genug ist, um sich dort dauerhaft aufzuhalten, dann mit seiner Tante den Garten abgeerntet, der Onkel hat Hühner geschlachtet und alle zusammen haben sie frisches Obst gesammelt. Alles, was die Natur zu bieten hat, ist mehr denn je äußerst willkommen. Regelmäßig fährt A‘an mit seinem Freund oder Onkel an den Strand, um Fische zu fangen, mal mehr mal weniger, je nach Wetterlage. Am Lagerfeuer wärmen sie sich oder braten den Fisch direkt am Strand.


Vielen Dank heißt Termima Kasih


Nur eines gilt nicht: Jammern ist tabu, auch wenn das Leben hart geworden ist. A’an versucht trotzdem, positiv zu bleiben. Er ist außerdem sehr dankbar, dass wir ihn und seine Familie durch unsere Grußkarten-Aktion unterstützen. Um sich erkenntlich zu zeigen, hat er ein tolles Motiv mit einer Marktfrau auf Lombok gezeichnet, die wir als neue Dankeschön-Karte mit in das Repertoire aufgenommen haben. So könnt ihr schon für 2 Euro eine der limitierten Postkarten kaufen und damit weiterhin Gutes tun. Hier könnt ihr die Karten ganz einfach bestellen.


Indonesier sind echte Überlebenskünstler in der Krise: Männer, die sonst ihr Geld als Reiseleiter verdient haben, arbeiten jetzt als Reisbauer oder versuchen sich im „Hühner-Business“. Wenn das alles vorbei ist, und wieder Touristen kommen, wird es zwar noch eine ganze Weile dauern, bis alles wieder auf dem Niveau vor der Corona-Krise ist, aber die Indonesier versuchen es, mit Gelassenheit zu nehmen, denn ändern können sie es sowieso nicht.


Die Gilis bereiten sich diesen Monat auf "back to new normal" vor, indem sie zu einer Aufräum- und Saubermachaktion aufrufen. Wir jedenfalls freuen uns schon darauf, nach Gili Air zurückzukehren, denn das ist unsere Herzensinsel.


Hier geht es zum Beitrag: Gili Air hat uns berührt mit ihrer wärmenden Schönheit.

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