Was braucht man als Deutschlehrerin an einer Sprachschule?
- stephaniekuhlmann
- 15. Juli 2025
- 3 Min. Lesezeit
Von Stephie

Nachdem ich über zwanzig Jahre im Bereich Öffentlichkeitsarbeit in einer Hamburger Großbank gearbeitet habe, wollte ich gern etwas anderes machen. Ich horchte auf meine innere Stimme und kam schnell zu dem Wunsch, Deutschlehrerin zu werden. Schließlich hatte ich nach dem Abitur und einer Bankausbildung sogar zwei Semester auf Lehramt studiert (Deutsch und Französisch). Damals wechselte ich allerdings nach zwei Semestern auf Magister mit Germanistik und Volkswirtschaftslehre, was ich auch erfolgreich abgeschlossen habe. In den über zwanzig Jahren in der Bank hatte ich verschiedene Positionen inne. Ich war für interne und externe Kommunikation zuständig und habe oft unter Hochdruck gearbeitet. Erst nach der Elternzeit reduzierte ich meine Stundenzahl. Und auch jetzt arbeite ich weiterhin in Teilzeit nur eben als Freiberuflerin.
Schritt für Schritt statt eines GesamtplanesAls ich vor vier Jahren über einen Berufswechsel nachgedacht habe, hatte ich zunächst ganz andere Vorstellungen im Gegensatz zu dem, was ich heute mache. Trotzdem würde ich den Weg – Schritt für Schritt statt eines fertigen Plans - wieder so gehen. Meine Idee war zunächst, als Online Lehrerin zu arbeiten, da ich mir davon auch Freiheit erhofft hatte. Zusätzlich sammelte ich auch erste Erfahrungen mit Einzelunterricht in Präsenz. Schließlich hatte ich zu Beginn sechs Schüler auf unterschiedlichen Niveaustufen. Jeden Unterricht bereitete ich individuell und liebevoll vor, was die Schüler zu schätzen wussten, aber auch zeitaufwändig war.
Meine Weiterbildung am Goethe Institut
Parallel zum Ende meiner aktiven Zeit in der Bank habe ich bereits mit der einjährigen online Weiterbildung Deutsch lehren lernen (DLL) vom Goethe Institut begonnen. Um es vorwegzunehmen, würde ich jedem angehenden Deutschlehrer diese empfehlen. Mir hat es sehr geholfen, mich langsam anhand der Module vorzubereiten und eine Struktur zu bekommen. Manches bleibt später Theorie, aber viele Inhalte kann ich heute gut anwenden wie z. B. das Erstellen eines Unterrichtsplans oder den Umgang mit unterschiedlichen Zielgruppen (Binnendifferenzierung). Außerdem habe ich den neuesten Stand der Wissenschaft kennengelernt und kann diesen selbstbewusst vertreten, wenn der eigene Unterrichtsstil mal hinterfragt wird. Nicht zuletzt steigert das international anerkannte Zertifikat die Möglichkeiten am Arbeitsmarkt.
Praxiserfahrung im Ausland
Nach der Weiterbildung und dem Einzelunterricht kam für mich die nächste Phase, in der ich mit meiner Familie für ein halbes Jahr auf die indonesische Insel Lombok gezogen bin. An der Sprachschule Novy German Course hatte ich die Möglichkeit, kleine Gruppen von Indonesiern in Präsenz zu unterrichten, wobei ich erst die dortige Deutschlehrerin Novy Suryani nur unterstützt und nach einigen Monaten dann vertreten habe. Die Schüler waren zwischen 15 und 45 Jahre alt und hatten unterschiedliche Ziele, allen gemeinsam war der Wunsch, in Deutschland zu leben. Aufgrund einer neuen Initiative haben wir auch eine Gruppe von Pflegekräften geschult. Gefördert durch die Bundesregierung konnten sie bereits in Indonesien Arbeitsverträge unterschreiben, um dann nach bestandener B2-Prüfung nach Deutschland zu kommen.
Unterrichten an einer SprachschuleZurück in Deutschland habe ich mich bei der DeutschAkademie in Hamburg beworben und konnte Ende des Jahres mit einem ersten Intensivkurs A2.1 starten. Zuvor hatte ich noch einen halben Tag bei einer Kollegin hospitiert, was mir mehr Sicherheit für den Start gegeben hat. Ich empfinde die Arbeitsbedingungen dort als sehr flexibel, denn man entscheidet sich Monat für Monat, ob man einen Kurs, zwei Kurse oder keinen Kurs unterrichten möchte. In der ersten Zeit habe ich nur einen Kurs unterrichtet von A1 bis B1. Inzwischen unterrichte ich oft auch zwei Klassen hintereinander, also sechs Stunden am Tag. Auf diese Weise kann man nicht nur viele Erfahrungen sammeln, sondern auch sein Budget steigern.
Die Schüler kommen aus allen Teilen der Welt, was ich sehr spannend finde. So kommen einerseits viele Kulturen zusammen, und andererseits gibt es für jeden andere Herausforderungen für die richtige Aussprache. Durch die Weiterbildung kannte ich gruppendynamische Spiele und Methoden, auch Freude beim Lernen zu erzeugen, sodass nach kurzer Zeit eine gewisse Zusammengehörigkeit entsteht. Das in der Weiterbildung Gelernte anzuwenden und neue Dinge auszuprobieren, bringt besonders viel Spaß. Nach zweieinhalb Jahren an der Sprachschule kann ich zusammenfassend sagen: Nie entsteht Routine, immer wieder muss man intuitiv handeln. Das fordert zwar auch Energie, aber meistens bekommt man doppelt so viel Energie zurück.
Diese Beiträge könnten dich auch interessieren:



Bedankt voor de zorgvuldig gedocumenteerde bijeenkomst. De toenemende impact van online entertainmentplatforms op de toegankelijkheid van inhoud is een gunstige ontwikkeling. Op de website is aanvullende informatie over dit onderwerp beschikbaar. De nadruk op de betrokkenheid van gebruikers versterkt de analyse.