Indonesier sind wahre Überlebenskünstler - besonders in der Regenzeit

Aktualisiert: 4. Feb 2019

In Indonesien gibt es nur zwei Jahreszeiten, die Trocken- und die Regenzeit. Da wir bisher immer im Juli oder August dort waren, sind wir von der Regenzeit verschont geblieben, denn die beginnt im November und dauert in etwa bis April. Den schlimmsten Regen haben wir allerdings einmal in Ubud auf Bali erlebt trotz guter Jahreszeit. Ganz optimistisch hatte ich meine Sandalen angezogen, aber immerhin einen Regenschirm mitgenommen. Und ich hatte auch gehofft, dass es vielleicht nur in Tabanan, wo wir wohnten, regnen würde.


In Ubud gibt es immerhin ein schönes Kunstmuseum (Puri Lukisan), das wir angesichts der Wetterlage triefend nass erreichten. Meine Sandalen schienen nur noch aus Wasser zu bestehen, Flip Flops wären sicherlich die bessere Alternative gewesen. Es schüttete wie aus Eimern. Dazu noch der komplett verstopfte Straßenverkehr, die riesigen Pfützen, die ich gar nicht mehr zu umrunden versuchte. Auf der überdachten Terrasse eines Geschäftes suchten wir Schutz genauso wie ein chinesisches Paar. Sie hatten ein kleines Sonnenschirmchen gegen den monsunartigen Regen aufgespannt, was mich ein wenig Schmunzeln ließ.


Es regnet auch noch ins Haus


Wir landeten am Ende unseres Ubud-Tages bei Starbucks und ließen unsere Kleidung trocknen. Danach erwarteten uns sonnige Tage auf Gili Air. Ganz anders bei A’an, der in der Regenzeit nicht einfach flüchten kann. Der Regen bringt zuweilen den ganzen Tagesplan durcheinander. Noch schlimmer wird es, wenn auch noch Gewitter und Stromausfälle dazu kommen. Einmal wollte er nach Mataram, um sich Glühbirnen und einen neuen Teppich zu besorgen, doch der Regen hatte ihm einen Strich durch die Rechnung gemacht. Er musste zu Hause bleiben.


Klar, dass die täglichen Regenmassen einen auch irgendwann auf das Gemüt schlagen, gerade wenn man es sonst gewohnt ist, die meiste Zeit des Tages draußen zu verbringen. Als würde ich ihm sonst nicht glauben, schickt mir A’an zwischendurch ein Video. Das Rauschen des Wassers ist immens, und was da am Vordach seines Hauses hinunterstürzt, gleicht einem kleinen Wasserfall. Zum Ende der Regenzeit regnet es auch noch ins Haus, weil das Dach an einer Stelle undicht ist. A’an würde es gern reparieren, doch ist es viel zu gefährlich, auf der glatten Oberfläche herum zu klettern.


Regentänze und Winterfreuden


A’an wirkt verzweifelt, so viel Wasser, dass man nicht mehr hinterher kommt, Steine zu holen, um eine Drainage anzulegen. Doch manchmal macht er einfach das Beste daraus, dann spielt er mit den Kindern im Dorf, als würden sie unter einer großen Dusche stehen, tanzen und singen. Das hilft dann bestimmt auch gegen Regenzeit-Depressionen. Und immerhin bleibt es mit dreißig Grad angenehm warm. Die Tage sind unterschiedlich, manchmal hat man auch Glück, und es regnet erst am Nachmittag.


Genauso wie bei uns im Winter, es gibt feucht-trübe Tage oder kalt-trockene Schneetage. Wir freuen uns immer über eine weiße Pracht, weil sie die Landschaft verzaubert, und wir dann Schlitten fahren oder Schneeballschlachten machen können. Jörg und ich werden dann wieder zu Kindern, und Anna übt sich bei der Hangabfahrt in allen Lagen. Als wir nach langer Zeit im Niendorfer Gehege mal wieder einen Schneemann gebaut haben, mochten wir ihn gar nicht allein zurück lassen, so verliebt waren wir in ihn.


Mal sehen, welche Überraschungen wir dieses Mal erleben - in der Regenzeit und im Winter …

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