Pasar Hamburg 2018 – das größte indonesische Kulturfestival in Deutschland

Aktualisiert: 27. Jan 2019


Als wir die Messehalle A2 betreten, tauchen wir sofort ein in eine bunte Welt aus Tänzerinnen, Gamelan-Orchester und dem so vertrauten Geruch der indonesischen Küche. „Wow, gibt es viele Indonesier in Hamburg“, sagt Anna staunend, als wir uns zur Bühne vorwagen, „da wird A’an sich auch nächstes Jahr bei uns wohlfühlen“. Und in der Tat hören wir um uns herum mehr indonesisch als deutsch. Von kleinen Kindern bis zu älteren Leuten ist jede Generation vertreten. Doch nicht nur Indonesier scheinen beim Pasar Hamburg ihre Sehnsucht nach der Heimat zu stillen, sondern auch Reisende wie wir, die sich sozusagen einen Kurzurlaub gönnen.


Die sympathischen Jungs aus Bali sorgen dafür, dass das Auge mitisst


Nach der eleganten Tanzdarbietung wird ein Film gezeigt und diskutiert. Für viel Wirbel sorgt auch eine Modenschau, die dazu verführt, sich selbst ein paar echte indonesische Kleidungsstücke am Stand nebenan zuzulegen. Wir sehen uns lieber nach etwas Essbaren um, denn der Geruch hat jetzt auch unseren Magen erreicht. Bei bali’ku streetfood holen wir uns Nasi Campur (Hähnchen, Reis und Gemüse). Die sympathischen Jungs aus Bali sorgen auch dafür, dass das Auge mitisst. Die Hauptspeise ist köstlich, und Jörg trinkt das indonesische Bier Bitang, während ich tiefschwarzen Bali-Kopi (Kaffee) zu einem leckeren Stück Kokos-Kuchen genieße.


Dieser Sommer hat auch viele Indonesier erfreut


So gut gestärkt besuchen wir als nächstes die Künstler-Familie Bayak. Für Kinder gibt es einen großen Tisch, an dem diese selbst zeichnen können. Plastikteile wie Stücke von Tüten sollen mit verarbeitet werden. Am Ende wird jedes Kind damit belohnt, dass sein Kunstwerk einen schönen Bilderrahmen bekommt.


Bücher über Indonesien kann man kaufen und auch kunstvoll bedruckte Taschen und Etuis. Wir lernen die junge Frau Vania aus Borneo und den jungen Mann Ayodya kennen, die beide in Hamburg studieren. An der Messe gefalle ihnen gut, dass sie die Möglichkeit haben, ihr Land in all seinen kulturellen Facetten zu präsentieren. Ich möchte wissen, was ihnen in Deutschland gefällt. Deutschland sei schön, nur das Wetter ziemlich kalt besonders in Hamburg, aber dieser Sommer habe auch viele Indonesier erfreut, meint Ayodya. "In Deutschland gefallen mir die frische Luft, die netten Leute und die guten öffentlichen Verkehrsmittel", sagt Vania mit einem Lächeln im Gesicht, "Deutschland ist für mich wie eine zweite Heimat geworden, wenn ich einmal in Indonesien zu Besuch war, habe ich Deutschland sehr vermisst." Ob es auch etwas gäbe, das ihr an Deutschland abgesehen vom Wetter nicht so gut gefalle, möchte ich wissen. "Es gibt Leute, die immer etwas zu meckern haben, aber das sind ja zum Glück nicht alle", meint Vania lachend.


Ich hotte ab wie zu meinen besten Studentenzeiten


Immer mehr vergessen wir, dass wir uns eigentlich in einer Messehalle in Hamburg befinden und nicht in Indonesien selbst. Da ist es auch nicht verwunderlich, dass wir bis zum Ende bleiben. Belohnt werden wir durch den Auftritt der Rockband Navicula, die gerade auf Europa-Tour ist. Auch sie kommen aus Bali und bringen mit ihren Beats die Besucher zum Feiern. Ich hotte ab wie zu meinen besten Studentenzeiten.


Pasar Hamburg, wir kommen nächstes Jahr wieder, dann aber zu viert mit A’an, den wir jetzt noch mehr vermissen!

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