Auf dem Weg zum Flugzeug: Einmal ist immer das erste Mal

Aktualisiert: Jan 19

In welchem Alter jemand das erste Mal im Leben mit dem Flugzeug fliegt, ist sehr unterschiedlich, manche fliegen nie wie meine Kollegin, andere wiederum so wie Anna schon im zarten Alter von acht Monaten. A’an fliegt das erste Mal mit 21 Jahren, weil er auf die Nachbarinsel Java nach Surabaya muss. Denn dort kann er die Deutschprüfung für A1 ablegen, auf Lombok ist das leider nicht möglich.


Am Tag des Fluges stehe ich extra um zwanzig nach fünf auf, denn zu diesem Zeitpunkt sollte A'an sich schon am Flughafen aufhalten (der Zeitunterschied beträgt sieben Stunden). Das Taxi hat er sehr früh am Morgen bestellt, um auf keinen Fall das Flugzeug zu verpassen. Ganz aufgeregt schalte ich mein Handy ein und frage, wo er jetzt sei. Er begrüßt mich erstaunt und meint, ich müsse so früh doch noch im Bett bleiben. Nein, ich wäre extra für ihn aufgestanden, um ihn gedanklich ins Flugzeug zu begleiten. Er schickt mir ein Foto mit seiner Boarding-Karte und ich atme erleichtert auf. Novy, seine Deutschlehrerein, und ich hatten ihm vorher erklärt, was er am Flughafen beachten müsse. Und ich hatte bis zuletzt gehofft, dass vielleicht ein anderer Schüler mit ihm fliegt. Immerhin hat ihn aber ein Freund zum Flughafen begleitet, so wäre die Fahrt nicht so langweilig gewesen, meint A’an.


Angst vor dem ersten Flug


Seit Stunden hält er sich schon in der Wartezone auf. Dann hat der Flieger auch noch Verspätung. Garuda Indonesia lässt sich nicht lumpen und verteilt Getränke und Snacks. Wir chatten so lange, dass auch Jörg und Anna inzwischen aufgestanden sind und ebenfalls ihre Wünsche für einen guten Flug äußern können. Und dann geht es endlich los. A‘an verabschiedet sich und bittet darum, für ihn zu beten. Klar, dass er Angst hat, das erste Mal zu fliegen, aber er scheint auch sehr glücklich zu sein.


Während Anna und ich frühstücken, denken wir an A’an, der sich zum gleichen Moment schon in den Wolken über Indonesien befindet. Zum Glück dauert der Flug nur anderthalb Stunden. Es wird schon alles gut gehen, sagen wir uns. Trotzdem kauen wir appetitlos auf unseren Brötchen herum. Als mein Handy nach besagter Flugdauer einen Signalton abgibt, stürzen wir uns fast gleichzeitig darauf und sind absolut erleichtert über die Nachricht von A’an, dass er jetzt gelandet sei. Es gab leckere Speisen an Board, und der Sitznachbar wäre auch nett gewesen. Trotzdem hatte er Angst und sei ebenfalls sehr erleichtert, den Flug hinter sich gebracht zu haben.


Der große Tag rückt näher


Kurze Zeit später ist A‘an schon im Hotel, wo wir uns per Video-Call unterhalten. Dummerweise hat er sich eine Erkältung mit Husten eingefangen, doch die wäre schon etwas besser geworden. „Bevor der nächste Regen kommt, gehe ich noch raus, etwas zu Essen holen und vielleicht schon mal den Ort der Prüfung für morgen erkunden.“ Wir sprechen die ganze Zeit auf Deutsch, und ich merke, dass A'an in letzter Zeit viel geübt hat.


Das Hoffen und Bangen geht weiter. Wird A’an bei der Deutschprüfung die Ruhe bewahren? Wie wir seinen großen Tag aus der Ferne miterleben, erfahrt ihr in unserem nächsten Beitrag …

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