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Indonesier sind sehr respektvoll – doch sind wir Deutschen es eigentlich auch?

Aktualisiert: 4. Juli 2019



Respekt bezeichnet eine Form der Wertschätzung und Ehrerbietung gegenüber einer Person oder Institution. Für mich war mein Vater, Gott hab ihn selig, eine solche Respektsperson. Zwar konnte man mit ihm auch eine Menge Spaß haben, aber wenn er mir sagte, ich solle mein Zimmer aufräumen oder nicht so lange mit meiner Freundin telefonieren, hab ich das respektiert. Erst als ich ins Gymnasium wechselte, bekam der Respekt einen Gegenspieler, das Argument. Leider akzeptierte mein Vater in manchen Dingen keinen Widerspruch und es gab Streit, besonders so lange ich diese unangenehme Phase mit dem Namen "Pubertät" durchlief.


Ich kann mich noch gut daran erinnern, dass wir als Schüler der unteren Klassen die älteren Oberstufenschüler sehr geschätzt und uns ihnen gegenüber ordentlich verhalten haben. Als ich wiederum in der Oberstufe war, haben uns auf einmal Fünftklässler geschupst. Ich dachte sofort, das kann doch nicht sein. Doch seitdem habe ich beobachtet, dass die Jüngeren die Älteren immer weniger respektieren, anders als ich es als Kind gelernt habe.


Respekt dem Älteren gegenüber


Bei unserer Tochter scheint sich der Trend wieder umzukehren, denn sie und ihre Mitschüler schätzen den Rat der Oberstufenschüler und schauen wortwörtlich zu ihnen herauf. Allerdings geben die älteren den jüngeren Schülern manchmal das Gefühl, die Kleinen zu sein und behandeln sie dann herablassend. Respekt sollte man nicht nur für den Älteren haben, sondern für jeden Menschen um sich herum, finde ich. Deshalb muss sich wahrscheinlich jeder an die eigene Nase fassen und sich fragen, ob er auch wertschätzend mit seinem Gegenüber umgeht.


In Indonesien ist es dagegen selbstverständlich, sich zu respektieren. Als Jörg einmal mehr im Spaß gesagt hat: „Zeit ist Geld“, während wir auf die Bretter für das Stand Up Paddling gewartet haben, entgegnete A’an: „Das ist in Indonesien anders, wir respektieren einander. Dieser Satz ließ mich daraufhin etwas beschämt zurück.


Kurze Haare für die Lehrerin


A’ans Wertschätzung gegenüber der älteren Person geht sogar so weit, dass er sich aus Respekt vor seiner Deutschlehrerin die Haare hat kurz schneiden lassen. „Ich war der einzige im Kurs mit langen Haaren, ich möchte aber ordentlich vor meiner Lehrerin aussehen, deshalb war ich beim Friseur“, erklärt er mir seine optische Veränderung. In seiner Schulzeit hätte er auch immer kurze Haare gehabt, wie es in Indonesien bei Jungen üblich sei.


Im nächsten Beitrag geht es um A’ans Scooter, der leider den Dienst versagt. Dummerweise ist damit auch der Deutschkurs gefährdet …

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