Ab in den Hamburger Dschungel



Wer kennt das nicht? Man kauft im Urlaub schöne Accessoires für zu Hause, um damit das gute Gefühl zu verlängern. So genießen wir zum Frühstück eine gute Tasse Kopi Luwak von Bali, meinen Hals ziert ein handgewebter Schal aus dem Bali-Aga-Dorf Tenganan, und im Badezimmer bringen Frangipani-Blüten zwischen Muscheln Exotik in den Alltag.

Nach mehreren Jahren Indonesien Urlaub zieren auch handgemalte Bilder unsere Räume, und auf dem Balkon hängt eine Kette aus Korallen, die ich mit Anna gebastelt habe. Sie erinnert uns an schöne Strandtage auf Gili Air. Der kleine Seestern auf einem der Blumentöpfe lebt noch immer und hält dem Hamburger Schietwetter stand. Einfacher ist es da mit unseren Bambuspflanzen, sie müssen nur ab und zu entstaubt werden.


Krokodile lungern im Wasser


Solange der Hamburger Sommer (2018) teilweise wärmer als in Indonesien ist, bietet uns der Balkon eine schöne Illusion, noch immer im Urlaub zu sein. Doch im Herbst und Winter müssen wir uns anders trösten. Glücklicherweise wohnen wir in einer Stadt wie Hamburg, die fast alles zu bieten hat, sogar tropische Regenwälder.


Bei Pflanzen Kölle in Hamburg-Volksdorf gibt es einen Bambusgarten. Wenn man inmitten von Palmen und Lianen sein Wok-Gericht oder ein Stück Sahnetorte genießt, fühlt man sich wie in einem Dschungel.


Mittlerweile schon ein Klassiker ist das Tropen Aquarium von Hagenbeck. Begrüßt wird man von niedlichen Katas, die waghalsig über einem herumturnen. Dann geht man an Echsen und Schildkröten vorbei. Sogar Krokodile lungern im Wasser oder an einem kleinen Strand herum. Den Höhepunkt bildet ein riesiges Aquarium, das einen glauben lässt, im indischen Ozean zu schwimmen.


Bananen zur Schau


Im Botanischen Garten am Dammtor-Bahnhof gibt es Tropengewächshäuser. Wir wandeln unter Palmen, und ich mache Fotos, die ich kurz darauf A’an nach Indonesien schicke. „Das sieht ja aus wie hier“, kommentiert er die ihm vertrauten Gewächse. Darunter auch Bambus von der Insel Jawa und tropische Pfefferbäume. Ich erzähle ihm, dass es sogar Bananen gäbe. „Kannst du die Bananen mitnehmen?“ Nein, das wäre nicht so ratsam, entgegne ich ihm, denn es sei ja ein Schaugewächshaus. Er versteht das nicht ganz, und ich erkläre ihm die Besonderheiten dieser Gebäude aus Glas, in denen man unterschiedliche Klimazonen zu botanischen Zwecken simulieren kann.


Natürlich ist das Original immer noch am schönsten, doch eine Zeitlang tröstet einen auch die Illusion über die Sehnsucht hinweg.


In unserem nächsten Beitrag geht es um das Thema Schönheit, nach der wir mehr oder weniger alle streben …

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