Wer geliebte Menschen um sich hat, kann auch in der Fremde heimisch werden



Wenn wir im Sommer 2019 für einen Monat nach Indonesien reisen und Anna in Mataram zur Schule geht, brauchen wir eine richtige Unterkunft statt nur ein Hotelzimmer. Schließlich wollen wir uns auch heimisch fühlen. Im Internet habe ich nach Häusern recherchiert, die preislich sehr weit auseinander lagen. Die Villa Stanley gefiel uns am besten. Die Gegend heißt Batu Layar - zu Annas Schule zwanzig Scooter-Minuten entfernt, zum Senggigi Strand nur wenige hundert Meter.


Nachdem wir heute die internationale Schule besucht und auch Novy Suryani, die künftige Deutschlehrerin von A’an, kennengelernt haben, bitten wir unseren Fahrer, noch kurz in der Villa Stanley zu halten, bevor wir zurück nach Tanjung fahren. An Annas Gesicht bemerke ich, dass sie ganz schön kaputt ist, doch "unser Haus" möchte sie dann doch sehen. Wir hoffen, dass die Unterkunft ruhig ist, denn der Eingang zur Wohnanlage befindet sich direkt an der Hauptstraße. A’an kommt natürlich mit, denn es soll ihm ja auch gefallen.


Anna freut sich besonders über den Swimmingpool


An der Rezeption stellen wir uns vor und äußern den Wunsch, das von uns reservierte Haus einmal in Natura zu sehen. Der Mann reagiert sehr erstaunt, als wir sagen, dass es erst für den Sommer 2019 sei. Ganz beiläufig und betont locker sagt Jörg, wir seien gerade in der Nähe, deshalb hätte es sich angeboten, mal vorbeizukommen. Der Angestellte begleitet uns einige Meter und macht uns mit dem Inhaber bekannt, ein junger Mann, der sich uns als Tilmann aus Deutschland vorstellt. Leider wäre das Haus zurzeit bewohnt, sodass wir nur von außen reinschauen könnten.


Wir gehen durch den von Palmen gesäumten Garten vorbei an hübschen Ferienhäusern und freuen uns über die angenehme Ruhe. Es ist eine richtige Oase hinter der Hauptstraße. „Unser“ Haus sieht von außen super aus. Von den Internetfotos her wissen wir, dass sich unten ein Wohnzimmer und die Küche befinden, und oben zwei Schlafräume mit Badezimmer. Anna freut sich besonders über den Swimmingpool, der sich in der Mitte der Wohnanlage befindet. Es gibt sogar ein Restaurant und einen Gemeinschaftsraum mit Gesellschaftsspielen. Man hat also die Wahl zwischen selbst kochen oder der bequemen Variante. Für uns ist das alles genau das Richtige, denn es ist auch problemlos möglich, das Haus in den unterschiedlichsten Konstellationen zu bewohnen (am Anfang Jörg und Anna allein, wenn ich mit A’an in Jakarta sein werde, später zu dritt oder auch mal zu viert). Wir verabschieden uns von Tilmann, den wir jederzeit per E-Mail kontaktieren können, und gehen zufrieden zum Auto zurück.


Ein traumhafter Sonnenuntergang zum Tagesausklang


Senggigi hat sehr viele Vorteile und nur einen Nachteil, nämlich, dass der Flughafen neunzig Minuten entfernt ist. Ansonsten gibt es alle Annehmlichkeiten, von Restaurants, Warungs (indonesische Garküchen), über Supermärkte und Apotheken bis hin zu Yoga- und Massagestudios. Den schönen Strand kennen wir schon, dort halten sich nicht nur Touristen, sondern auch viele Locals auf, was uns sehr gut gefällt. Außerdem ist Senggigi auch ein guter Ausgangspunkt für Ausflüge, und was auch nicht zu vernachlässigen ist, A’an erreicht noch gut sein Heimatdorf, denn es wird auf jeden Fall viele Pendelfahrten geben. Schließlich hat er für ein Jahr Deutschland einiges zu packen …


Auf der Rückfahrt hält unser Fahrer noch am Senggigi Strand. Die Sonne geht gerade unter, und der Himmel hat sich in verschiedene Rot- und Orangetöne gewandelt. Es ist einer dieser traumhaften Sonnenuntergänge auf Lombok. Wir vergessen die Zeit, sammeln Muscheln und Steine. Endlich kommen wir nach diesem aufregenden Tag zur Ruhe, an dem es so oft um unsere gemeinsame Zukunft ging. Anna sieht mich verträumt an, und ich weiß, dass wir alles richtig machen.

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