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Die Natur kommt zur Ruhe - lass dich nicht stressen!



Leicht überhörbar

„Geh du vor“, sagte die Seele zum Körper,

„auf mich hört er nicht,

vielleicht hört er auf dich.“

„Ich werde krank werden,

dann wird er Zeit für dich haben“,

sagte der Körper zur Seele.

Ulrich Schaffer


Dieser Spruch hat mich zum Nachdenken gebracht. So oft machen wir einfach immer weiter und laufen in unserem Hamsterrad, als würde es nichts anderes geben. Der Körper muckt auf, doch wir kümmern uns gar nicht darum. Die Welt wird immer schneller, und jeder muss im Job und schon in der Schule versuchen, mit dem Tempo mitzuhalten. Warum eigentlich lassen wir uns unter Druck setzen, lassen wir uns schupsen? Weil keiner auf der Strecke bleiben will, weil keiner der Verlierer sein will. Denn wir leben in Deutschland in einer absoluten Leistungsgesellschaft. Wenn der Einzelne nicht gut „performt“, wie es neudeutsch heißt, ist er weg vom Fenster. Natürlich gibt es in den großen Unternehmen auch ein Gesundheitsmanagement mit vielen tollen Angeboten und Tipps, wie man gesund bleibt. Doch wie soll jemand, der bis zu 60 Stunden pro Woche arbeitet, sich auch noch um seine Gesundheit kümmern? Besonders während der so genannten Endjahresralley jagt ein Meeting das nächste, und wir sind mittendrin. Die Natur kommt zur Ruhe, nicht ohne Grund, denn in der kälteren Jahreszeit lässt auch die Energie nach, doch wir lassen uns stressen.


In Indonesien lächelt man einfach


Die Menschen in Indonesien ticken ganz anders. Jeder grüßt freundlich und interessiert sich für den anderen. Noch immer muss ich an Jörgs Spruch „Zeit ist Geld“ denken, als wir einmal warten mussten. Er meinte das nur scherzhaft, doch es wollte so gar nicht in diese beseelte Inselwelt passen. Sprüche wie „take it easy“ hört man dort viel öfter, und Angst und Sorgen scheinen dort auch nicht so weit verbreitet zu sein wie bei uns, selbst wenn man gar nicht weiß, wie es am nächsten Tag weitergehen soll. Man lächelt dann einfach und hat Vertrauen in Gott. Außerdem halten die Menschen viel mehr zusammen als bei uns. Einer hilft dem anderen in der Not.



Es sollte eine Gegenbewegung hin zur Stille geben


November und Dezember gehören zu den stressigsten Monaten im beruflichen Alltag in Deutschland. Ich finde es sehr schade, in die besinnliche Adventszeit ein Projekt nach dem anderen zu stopfen. Der Sinn unserer religiösen Feste sollte doch gerade jetzt wieder in den Vordergrund rücken. Warum muss ich mir am Totensonntag schon Weihnachtsdekoration in den Geschäften gefallen lassen? Schlimm genug, dass es Dominosteine und Spekulatius bereits im September zu kaufen gibt. Wo sind unsere Werte hinter dem Geld verdienen geblieben? Ich finde, es sollte eine Gegenbewegung geben, wieder hin zur Stille, zur Besinnung. Ich jedenfalls ehre meine viel zu früh verstorbenen Eltern am Totensonntag und bringe ihnen Blumen ans Grab und bete für ihre Seelen. Ich erlaube es mir auch zu weinen, weil ich meine Halb-Schwester nie kennengelernt habe und auch sie schon verstorben ist.


Wir gehen mit der ganzen Familie in die Natur, auch wenn das Wetter schlecht ist. Weil man dort wieder zur Ruhe kommt und begreift, wie endlich und wertvoll das eigene Leben ist. Unser Zuhause werden wir erst nach dem Totensonntag für die Adventsfeiertage dekorieren. Und ich nehme mir vor, öfter mal das Handy auszustellen und ganz still in mich hineinzuhorchen. Denn ich möchte nicht so lange warten, bis mein Körper die Seele überholt hat …

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