Tetebatu auf Lombok: abenteuerliche Pfade und versteckte Wasserfälle

Von Stephie



Saftig grüne Reisfelder, frische Luft und der Mount Rinjani immer im Blickfeld - das wussten wir bisher von Tetebatu, und der Ort stand definitiv auf unserer Liste "Ideen für schöne Platze auf Lombok". Doch als wir jetzt im Sommer auf Lombok waren, hatten wir unsere Erwartungen ein wenig heruntergeschraubt zugunsten von Dankbarkeit, überhaupt dort sein zu können. Umso mehr waren wir überrascht, als A'an uns vorschlug, doch mal zusammen für eine Nacht nach Tetebatu zu fahren, auch wenn man von Senggigi aus zwei Stunden unterwegs sei. Wir waren sofort einverstanden.


Schon einige Tage später packen wir unsere Sachen und fahren in Richtung Osten (Lombok timur). Es geht vorbei an Märkten, vielen Moscheen und gut bevölkerten Städten, in denen die Leute mittlerweile immer mehr vom Tauschhandel leben. Kurz vor dem Ziel treffen wir einen Freund von A'an, der uns schließlich zu einer kleinen Bungalow-Anlage führt. Mit Blick auf den Mount Rinjani (dem zweithöchsten Vulkan Indonesiens) und der Möglichkeit in den Swimmingpool zu springen, fühlen wir uns sofort wohl. Ein anderer Freund von A’an – mit beiden hat er übrigens auf Gili Trawangan zusammen gearbeitet – ist dort im Restaurant beschäftigt. Beide freuen sich, endlich mal wieder Englisch zu sprechen und sich mit uns über Themen in Europa auszutauschen. Sie bedauern den Stillstand seit Beginn der Pandemie, denn seitdem leben sie fast nur noch in ihren Dörfern.


Idylle am Lagerfeuer


Wie immer wird es früh am Abend dunkel, doch wir schaffen es immerhin noch, ein paar Runden im beleuchteten Pool zu schwimmen. Die jungen Männer tragen Brennholz in die hinterste Ecke der Bungalow-Anlage und laden uns zu einem lauschigen Abend am Lagerfeuer ein. A’ans Freunde spielen Gitarre und singen die bekannten Lieder von John Denver, Fools Garden und anderen. Jörg und ich fühlen uns wie zu Studentenzeiten und grölen die Texte mit. Nur Anna kann mit den alten Liedern nichts anfangen und wünscht sich was Moderneres. A’ans Freunde geben alles und erfüllen schließlich auch Annas Musikgeschmack. Zu sechst am Lagerfeuer blühen wir richtig auf und vergessen alles um uns herum. Es sind jene Momente, die sich für immer in die Seele einbrennen, besonders als A’an zur Gitarre greift und dazu ein indonesisches Liebeslied singt, so schön!


Pure Lebensfreude

Am nächsten Morgen sind wir alle noch ein wenig müde, aber der Banana Pankake mit Lombok Kaffee bringt uns schnell wieder in Schwung. Anschließend brechen wir auf zu einer Wanderung zum Wasserfall Sarang Walet. Der Weg führt vorbei an saftig grünen Reisfeldern und dann bergab zum Fluss, über den eine wacklige Holzbrücke führt – sehr schmal und ohne Möglichkeit, sich festzuhalten. Danach wird es noch abenteuerlicher, da wir über Felsen klettern müssen, bis wir schließlich in einer Grotte stehen, wo uns das Wasser von oben auf die Köpfe tropft. Belohnt werden wir mit einem schönen Wasserfall, vor dem sich ein natürlicher Pool gebildet hat.


Auf wackligen Füßen ziehen wir uns um und suchen uns die am wenigsten nassen Plätze, um unsere Kleidung zu lagern. Der Sprung ins kühle Nass ist natürlich sehr belebend, besonders für A’an und seine Freunde, die sonst den warmen Ozean gewohnt sind. Mal wieder sind wir ganz allein und lachen aus vollem Herzen je mehr wir uns den Kräften des Wasserfalls nähern. Was für eine Lebensfreude!


Gelebte Gastfreundschaft


Im Nationalpark Gunung Rinjani haben wir nicht so viel Glück, denn dort wollen wir mal einen Blick auf den Black Monkey ergattern. Der zeigt sich aber nicht, denn diese wilde Tierart ist natürlich nicht so zutraulich wie die Makaken, die oft am Straßenrand sitzen und gefüttert werden wollen.


Zurück in der Bungalow-Anlage dürfen wir nochmal duschen und räumen unsere Zimmer, obwohl es schon Nachmittag ist und damit lange nach der offiziellen Auscheck-Zeit. Auch das lieben wir so an Indonesien, dass man immer zuvorkommend behandelt wird. Und nachdem wir uns in großer Runde mit leckeren lokalen Speisen gestärkt haben, geht es zurück nach Senggigi. Unser Fazit: Auch nur mit einer Übernachtung hat sich der Ausflug nach Tetebatu gelohnt, und wir werden die gemeinsamen Abenteuer noch lange in Erinnerung behalten.


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