Shibui Garden Bungalows oder wie wir im Garten Eden ankamen

Aktualisiert: 15. Mai 2019



Rund fünf Scooter-Minuten von A’ans Dorf entfernt wohnen wir für eine Woche in der Unterkunft Shibui Garden Bungalows. Shibui bezeichnet Japanische Ästhetik. Die Anlage besteht aus vier Wohn-Bungalows und einem Restaurant, wo sich auch die Rezeption befindet. Eingebettet in einen herrlichen tropischen Garten. In der Gegend leben ausschließlich Einheimische, Touristen sind eher auf der Durchreise, wenn sie etwa die Wasserfälle im Norden besichtigen wollen. Deshalb sind wir auch die einzigen Übernachtungsgäste, die bald zur Familie gehören werden …


Alle Häuser hat der Inhaber aus Kokosnussholz und Bambus selbst gebaut. Er ist Amerikaner und heißt Michael. Vor drei Jahren hat er traditionell hinduistisch eine Indonesierin aus einem der umliegenden Dörfer geheiratet. Gemeinsam haben sie zwei Töchter und einen kleinen süßen Sohn. Michael ist als Amerikaner ein Exot in dieser Touristenarmen Gegend, doch auch seine Frau gehört als Hindu einer Minderheit an, denn ansonsten ist Lombok muslimisch geprägt. Am Eingang zu den Bungalows steht ein kleiner Tempel, und mehrmals am Tag verbreiten Räucherstäbchen einen Geruch, den wir von Bali her kennen.


Michael weiß, was Kulturaustausch bedeutet


Ich frage Michael, wie es für ihn als einziger Ausländer weit und breit ist. Es sei nicht immer leicht, mit den ganz anderen Bedingungen zu Recht zu kommen. Er habe sich aber angewöhnt, ruhig zu bleiben, wenn etwas nicht gleich funktioniert. Das merkt man ihm an. Die Art, wie er sich bewegt, ähnelt sehr einem Indonesier, denke ich. Umgekehrt würden ihn die Indonesier auch respektieren. Respekt zollen sie auch unserem Freund. Für sie ist es selbstverständlich, dass A‘an zu uns gehört. Deshalb darf er auch mit uns frühstücken oder im Bungalow duschen, auch wenn er in seinem Dorf übernachtet. Michael und seine Frau finden es wunderbar, dass wir mit A’an Kulturaustausch praktizieren und er bald Deutsch lernen wird. Sie wissen schließlich, was das bedeutet …


Das Rezept seiner Burger-Sauce verrät Michael uns nicht


Michael, der übrigens aus Kalifornien kommt, kocht selbst. Und das ist einfach köstlich. Egal ob asiatisch, europäisch oder amerikanisch er bereitet alles in seiner offenen Küche frisch zu, sodass es auch mal etwas länger dauert, bis das dampfende Gericht auf dem Tisch steht. Doch man kann den Prozess des Kochens immerhin aus nächster Nähe mit verfolgen. Im Laufe unseres Aufenthalts probieren wir verschiedene Speisen, wobei uns Michaels Burger am allerbesten schmecken. „I put a secret sauce“, sagt er mit einem Schmunzeln im Gesicht, denn das Rezept verrät er uns nicht. Und ich ahne schon, dass ich den Geschmack der leckeren Frikadelle mit besagter Sauce im frischen Brötchen schon bald vermissen werde. Selbst A’an liebt Michaels Burger, auch wenn er sonst Reisgerichte bevorzugt.


Nachhaltigkeit ist ihm wichtig


Viele Gäste kommen von weither, nur um bei ihm im Restaurant zu essen, erzählt uns Michael. Manchmal würden ihn auch Hotels anfragen, ob er für sie kochen kann. Dann werden große Bestellungen bei ihm abgeholt. Kein Wunder, dass seine Speisen so beliebt sind: Michael verwendet nur frische Zutaten von Märkten in der Nähe sowie aus seinem eigenen Garten. Er ist sehr auf Nachhaltigkeit bedacht, was sich auch in der Bauweise seiner Bungalows widerspiegelt. Eben einfach Shibui!


P.S. Mit Michael und seiner Familie stehen wir immer noch in Kontakt. So hat er uns auch das aktuelle Weihnachtsfoto zukommen lassen!

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