Moralisch oder nicht: Social Media macht’s möglich



Fast jeder in Indonesien hat ein Handy, egal wie arm oder reich er ist, denn Indonesier sind äußerst kommunikativ. Mehr als 40 Prozent der Wahlberechtigten sind zwischen 17 und 35 Jahre alt. Kein Wunder also, dass Indonesien die vierthöchste Nutzungsrate von Facebook weltweit hat. Soziale Medien sind Segen und Fluch zugleich. Toll ist es, dass Kontakte in aller Welt möglich sind z. B. durch instagram, facebook etc. Die Welt rückt näher zusammen. So genießen wir es, jeden Tag mit A’an zu chatten und manchmal uns sogar per Video-Call zu sehen, als wäre der andere gleich nebenan und nicht 17.000 Kilometer entfernt. A’an ist wie seine Freunde äußerst aktiv in den sozialen Netzwerken, was aber auch bedeutet, dass wir ihn fast immer erreichen können, es sei denn es herrscht mal wieder Stromausfall.


Die sozialen Netzwerke sind aber auch gefährlich, wenn man zum Beispiel die digitale mit der realen Welt verwechselt: Jemand hat sehr viele Facebook-Freunde, und man denkt, wow, der ist ja beliebt. Oder man sammelt Likes, um sein Ego zu stärken. Doch die Freude über ein Like hat natürlich nicht die gleiche Bedeutung wie ein nettes Gespräch in der realen Welt.


Jeder nutzt die sozialen Medien anders


„Mir gefallen die sozialen Netzwerke, weil ich mich mit Freunden austauschen kann“, meint unsere Tochter Anna, „allerdings muss man mit Fotos und Nachrichten vorsichtig sein, da die Daten nicht sicher sind, man sollte nie was Schlechtes über jemanden verbreiten. Was ich gar nicht mag sind Kettenbriefe über WhatsApp.“ Ich selbst kann mir den Alltag ohne Smartphone auch nicht mehr vorstellen. Hab ich noch Änderungen für den Blog, kann ich sie in der App gleich umsetzen. Super spannend finde ich es aber auch, über den Blog neue Netzwerke zu knüpfen, auf diese Weise werden wir zum Beispiel auch eine followerin im Sommer auf Lombok kennenlernen.“ Jörg ist weder bei facebook noch bei instagram, weil er nicht so viele Kanäle braucht, um zu kommunizieren. „Ich nutze am liebsten WhatsApp, weil ich mich dort auch mit meinen Volleyballkollegen super vernetzen kann. Ansonsten möchte ich meine Fußball-App nicht mehr missen.“


Warum sexy Fotos bei instagram?

Instagram lebt über Bilder und ist inzwischen das neue Tinder (Dating Plattform). Kein Dating-Druck, kein Zwang, gefallen zu müssen. Stattdessen bekommt man den virtuellen Freifahrtschein zur gnadenlosen Selbstdarstellung. „Thirst Trapping“ nennt sich der neue Instagram Trend. Eine Influencerin sagt: „Warum ich Fotos in sexy Dessous von mir poste? Viele Likes bei Instagram! Natürlich geht es mir um Aufmerksamkeit, denn die fühlt sich gut an. Eine andere Erklärung gibt es nicht. Du musst aber bedenken, dass hinter einem guten Foto viel Arbeit steckt. Diese Mühen zahlen sich für mich zum Glück aus – und zwar in Form von Selbstbestätigung.“ Im Gehirn von Männern funktioniert das Ansehen solcher Bilder wie eine Belohnung, wobei auch nicht zu unterschätzen ist, dass die Frau ein schönes Gesicht haben sollte, beides ist wissenschaftlich erwiesen.


Wenn zwei Welten aufeinander treffen

Indonesier könnten schon mal auf die Idee kommen, alle Europäer seien freizügig und würden nur an Sex denken. In einem Land, in dem die meisten Muslime auf der Welt leben, ist der Spagat groß. Denn kein Sex vor der Ehe zu haben, bedeutet auch Entbehrungen, die bestimmt schwer einzuhalten sind, während sich die Schönheiten aus dem Westen in knappen Bikinis am Strand räkeln. Gili Trawangan bei Lombok gilt als Partyinsel Nummer eins. Hier treffen die Kulturen besonders stark aufeinander. Klar, dass da ein schiefes Bild der westlichen Welt entstehen kann und manch Indonesier auch mal schwach wird.


Ein Monat nach dem schweren Erdbeben auf Lombok startet tatsächlich A’ans Deutschkurs. Was das für unseren Freund bedeutet, erfahrt ihr im nächsten Beitrag …

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