Gili Air hat uns berührt mit ihrer wärmenden Schönheit



Als wir vor vier Jahren das erste Mal auf Gili Air ankamen, war mein erster Gedanke „wow, dass es so etwas noch gibt“. Und damit meine ich eine gewisse Ursprünglichkeit ohne Schnörkel und ohne Schickimicki. Von den drei Gilis ist Gili Air die zweitgrößte. Die meisten Unterkünfte sind kleine Bungalows, so wie unser, wo man sich in der obersten Etage, zu der eine einfache Holztreppe führt, in eine Hängematte legen kann. Abends spielen verschiedene Bands die alten Lieder der Beatles oder von Bob Marley in den Restaurants. Statt Autos fahren Elektro-Scooter, Fahrräder und Pferdekutschen über die sandigen Wege. Überall gibt es gemütliche Ecken, wo man gut chillen kann.


Diese Langsamkeit und das Lächeln der Menschen


Tagsüber setzt man sich einfach die Schnorchelbrille auf, schwimmt ein paar Meter und sieht viele bunte Fische und mit etwas Glück sogar ein paar Schildkröten. Mit Schildkröten schwimmen ist wie ein kleines Wunder. Diese Langsamkeit und das Lächeln der Menschen bestimmen das Leben auf Gili Air, dieser kleinen „Wasserinsel“, wie sie übersetzt heißt.


Inzwischen sind wir das vierte Mal dort gewesen und haben einige Veränderungen miterlebt: Als alle festen Gebäude von der Wasserseite weichen mussten und jetzt zum ersten Mal nach dem Erdbeben. Veränderung ist die vielleicht einzige Konstante im Leben und doch ist eines geblieben: dieses besondere Gefühl, das es nur auf Gili Air gibt. Und natürlich kann man so manches kritisieren wie zum Beispiel das Müllproblem oder die teilweise sehr schmalen Strände, doch wir fühlen uns noch immer berührt von der Insel.


Als hätte man sich gestern zuletzt gesehen


Denn es gibt so viele Menschen, die uns mittlerweile vertraut sind, weil sie vor drei Jahren dabei waren, als wir A’an kennengelernt haben oder weil sie sich an uns erinnern, obwohl wir vor anderthalb Jahren zuletzt in einer gewissen Unterkunft waren. „Anna ist aber groß geworden“, staunt der dortige Kellner. Besonders schön ist es, als wir eines Abends in dem Restaurant mit A’an essen, wo der gemeinsame Freund Benk jetzt arbeitet. Wir spielen das Kartenspiel UNO und Benk schaut interessiert zu. Es gibt nicht viel zu tun in der Regenzeit. Und erst Recht nicht, wenn wegen des Corona Virus nicht mehr viele Touristen kommen. Kurz nachdem wir zurück auf Lombok sind, werden die Schnellboote von Bali eingestellt, und die Touristen sollen nach und nach die Insel verlassen.


Wieder steht eine Veränderung an, und wir hoffen sehr, dass bald wieder Gäste kommen können. Klar ist, dass es lange dauern wird, bis sich die Gilis wieder erholt haben. Wir werden auf jeden Fall so schnell wie möglich wiederkommen, denn das Gefühl, berührt zu werden, ist uns die weite Reise allemal wert.



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